Erstes Flüchtlingsboot des Jahres entging dem neuen Radarsystem


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Am 2. Januar trafen auf La Gomera 71 Afrikaner ein

Nach den großen Ausführungen über die Reichweite der neuen Radaranlagen und die Genauigkeit, mit der sie Boote im Wasser erkennen können, kamen nach der Ankunft des ersten Flüchtlingsbootes im Jahr 2009 auf den Inseln Zweifel über die Effizienz des neuen Überwachungssystems auf.

Das kleine Boot, mit dem 71 afrikanische Männer am 2. Januar gegen 07.45 Uhr morgens den Strand La Puntilla in Valle Gran Rey erreichten, war von den neuen Radaranlagen des SIVE nicht aufgespürt worden. Anwohnern des Küstenortes hingegen war noch in der Dunkelheit ein schwaches Licht auf dem Meer aufgefallen. Bei Tagesanbruch erkannten sie dann das Immigrantenboot, und sie gaben den Menschen an Bord Zeichen, wie sie am besten den Hafen erreichen konnten, denn es herrschte raue See.

Noch am Hafen wurden die Ankömmlinge medizinisch versorgt. Eigenen Angaben zufolge hatten sie ihre Reise etwa vier Tage zuvor an der Küste von Nouadhibou in Mauretanien begonnen. Unter ihnen sind vermutlich auch wieder zahlreiche Minderjährige.

Die Beamten der Guardia Civil, die für die Bedienung und Kontrolle des SIVE zuständig sein werden, haben ihre Sonderausbildung noch nicht abgeschlossen. Ob das neue Radarsystem bereits nach seiner offiziellen Vorstellung in Betrieb genommen wurde, ist fraglich.

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