Romería auf Balkonien

Die Einwohner von Tegueste feierten ihren Schutzpatron San Marcos in diesem Jahr nicht mit einem bunten Umzug, sondern jede Familie für sich auf dem heimischen Balkon oder der Terrasse. Fotos: EFE

Die Einwohner von Tegueste feierten ihren Schutzpatron San Marcos in diesem Jahr nicht mit einem bunten Umzug, sondern jede Familie für sich auf dem heimischen Balkon oder der Terrasse. Fotos: EFE

Die Einwohner von Tegueste verzichteten auch in Zeiten von Corona nicht auf ihr traditionsreiches Volksfest

Teneriffa – Öffentliche Veranstaltungen und Versammlungen sind in Zeiten des „Social Distancing“ infolge von Corona verboten. Dafür stärken auf Entfernung aber gemeinsam gelebte Festtage und Traditionen das Gemeinschaftsgefühl in dieser Zeit. In Tegueste fand am letzten Sonntag im April die traditionelle „Romería de San Marcos“ statt. Wegen des Veranstaltungsverbots und den Corona-Einschränkungen feierten die Tegusteros auf Balkonen und Dachterrassen, während die Straßen bis auf wenige Spaziergänger leer blieben.

Romerías sind die traditionellen Erntedankfeste der Insel, doch gefeiert wird nicht nur nach der Ernte, sondern speziell am Tage des Schutzheiligen der jeweiligen Ortskirche. San Marcos ist jedes Jahr der erste Schutzpatron, zu dessen Ehren gefeiert wird, und der schöne folkloristische Umzug ihm zu Ehren findet stets am letzten Sonntag im April in Tegueste statt. Diese Romería ist inselweit berühmt für die Festwagen beim Umzug, die kunstvoll mit Feldfrüchten geschmückt sind.

In diesem Jahr musste in Tegueste zwar auf den Umzug mit den „Carretas“ (Wagen) und „Barcos“ (Schiffe) verzichtet werden; die Bevölkerung warf sich aber trotzdem in Trachtenkluft, schmückte Terrassen und Balkone und spielte Folkloremusik. Auf den Dachterrassen wurden die Grills angeworfen und zum Gebratenen gab es „papas arrugadas“ mit „mojo“ und „vino tinto“. Im ganzen Ort erklang Gitarrenmusik und Gesang, und die Familien winkten sich von Balkon zu Balkon zu.

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