Spanien als Ort für Friedensgespräche angeboten

Ministerpräsident Pedro Sánchez (l.) und der neue kolumbianische Präsident, Gustavo Petro (r.), bei einer Pressekonferenz in der „Casa de Nariño“, Sitz der kolumbianischen Regierung Foto: EFE

Ministerpräsident Pedro Sánchez (l.) und der neue kolumbianische Präsident, Gustavo Petro (r.), bei einer Pressekonferenz in der „Casa de Nariño“, Sitz der kolumbianischen Regierung Foto: EFE

Sánchez unterstützt den neuen kolumbianischen Präsidenten Gustavo Petro

Bogotá – Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez (sozialistische PSOE) hat Kolumbien besucht, wo er sich mit dem neuen und ersten linksgerichteten Präsidenten des Landes, Gustavo Petro, getroffen hat. Bei seinem ersten offiziellen Besuch in Kolumbien erklärte Sánchez seine uneingeschränkte Unterstützung für die neue Regierung von Gustavo Petro. Ministerpräsident Sánchez hat Spanien als Ort für die Friedensverhandlungen mit der Nationalen Befreiungsarmee (ELN), der ELN-Guerilla, angeboten. Dieses Angebot von Sánchez ist eine wichtige internationale Unterstützung für die Verhandlungen mit der ELN, eine Guerillagruppe, die in einigen Teilen des Landes präsent ist.

Spanien statt Kuba?

Die kubanische Regierung hat sich ebenfalls als Ort für die Friedensgespräche angeboten. Im Prinzip scheint Kuba der ideale Ort für diese Verhandlungen zu sein, da die wichtigsten Führer der ELN-Guerilla dort leben. Außerdem gibt es eine lange Geschichte des Dialogs zwischen der kubanischen Regierung und den kolumbianischen Guerillagruppen. Dazu gehört auch die erfolgreiche Verhandlung mit der inzwischen im Jahr 2016 aufgelösten FARC-Guerilla. Die Abhaltung der Friedensgespräche in Spanien könnte außerdem auf einige rechtliche Probleme stoßen, wie, zum Beispiel, die Haftbefehle oder Auslieferungsanträge, die gegen einige der „Guerilleros“ vorliegen.

Eines der Ziele des neuen kolumbianischen Präsidenten Petro ist es, den sogenannten „totalen Frieden“ im Land zu erreichen. Petro möchte das Land von der letzten bewaffneten Guerillagruppe befreien. Seine Regierung hat in den ersten Wochen ihrer Amtszeit erhebliche Fortschritte bei den Verhandlungen mit der ELN-Guerilla erzielt. Präsident Petro setzte den Haftbefehl gegen die ELN-Führer als Geste zur Aufnahme von Gesprächen aus. Seit vier Jahren lagen die Friedensverhandlungen auf Eis. Aber Mitte August reiste eine Delegation, unter der Leitung von Außenminister Alvaro Leyva, nach Kuba, um die Friedengespräche wieder aufzunehmen.

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