Winzer erwarten gute Weinlese


Während die Winzer im Norden nicht klagen können, kämpfen die Kollegen im Süden der Insel mit der anhaltenden Dürre. Foto: cabildo de tenerife

Ertragsschätzung des Weinbauernverbands AVIBO liegt 30% über dem Ergebnis des letzten Jahres

Teneriffa – Teneriffas Weinbauern rechnen mit einer guten Lese. Dies bestätigte der Vorsitzende des Weinbauernverbandes AVIBO, Enrique Alfonso, der Zeitung „El Día“ gegenüber, die ihn mit den Worten zitiert: „Diese Weinlese wird besser als die des letzten Jahres werden, mit einem Ernteplus von 30%.“

Nach den Mengeneinbußen im vergangenen Jahr, die bei bis zu 50% lagen, bahnt sich eine bessere Saison an. Dennoch könne, so Alfonso, nicht von einer „hervorragenden Lese“ die Rede sein. Eine Verbesserung um 30% im Vergleich zu einem sehr schlechten Erntejahr ist kein Grund für Jubel, schafft allerdings Erleichterung. Wie Alfonso weiter erläutert, ist es in Jahren mit geringen Ernten problematisch, die Nachfrage zu decken. Deshalb seien manche Weißweine bereits seit Monaten ausverkauft.

Nach der schlechten Weinlese 2016, bedingt durch den milden Winter und wenig Regen, sorgten dieses Jahr günstigere klimatische Bedingungen für einen guten Reifeprozess. Die Ausnahme ist allerdings der Süden der Insel, wo wegen der herrschenden Dürre kleinere Trauben erwartet werden, deren Qualität jedoch einwandfrei sei.

Der Präsident der Weinkellerei Cumbres de Abona, Manuel Marrero, bestätigte im Gespräch mit „El Día“ die Wassernot des Südens. „Es ist schrecklich“, sagte er. „Es muss viel mehr Wasser wiederverwertet, durch Entsalzungsanlagen aufbereitet und in die höher gelegenen Gebiete gepumpt werden.“ Mit der Weinlese wird in diesem Anbaugebiet im Süden schon Ende Juli begonnen. Die Ertragsaussichten sind mittelmäßig. Schon im vergangenen Jahr sei der Ertrag gering gewesen, und dieses Jahr wird mit einem ähnlichen Ergebnis gerechnet, sagt Marrero. Einige Weißweinsorten sind bereits seit Mai ausverkauft, Rotwein gibt es nur noch wenig.

Im Norden erwartet der Kontrollrat des Anbaugebiets Tacoronte Acentejo eine gute Lese. Die Vorsitzende des Kontrollrats, María de la Paz Gil Díaz, erklärte „El Día“ gegenüber, dass mit einer guten Ernte sowohl in Menge als auch in Qualität gerechnet wird. Die Entwicklung der Reben sei selten so einheitlich wie in diesem Jahr gewesen. Regen zum richtigen Zeitpunkt, kein Wind während der Blüte und keine anderen extremen Einflüsse oder Plagen, die den Reben hätten schaden können, haben ihren Anteil daran.

Mit der Lese der weißen Beeren in den niedrig gelegenen Anbaugebieten in Tacoronte Acentejo wird voraussichtlich in der dritten Augustwoche begonnen, während die Lesen in den höher gelegenen Weinbergen meist erst Ende Oktober abgeschlossen werden.

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