Brüssel wirft dem Unternehmen Behinderung der Konkurrenz vor
Die Europäische Kommission hat die spanische Telefónica zu einem Rekord-Bußgeld von 151,9 Mio. Euro verurteilt. Der weltweit agierende Telekomkonzern soll Wettbewerber im heimischen Markt für Breitbandinternet mit zu hohen Großhandelspreisen behindert und so die eigene Position ausgebaut haben.
Madrid – Die Behörde aus Brüssel klagt damit den Missbrauch der dominanten Position des Unternehmens auf diesem Markt an. Zwischen 2001 und 2006 soll das Unternehmen von den Mitbewerbern völlig überzogene Preise für die Nutzung ihrer ADSL-Infrastruktur verlangt und so deren Gewinnmarge extrem klein gehalten haben. Ähnliche Kartellverstöße von Wettbewer-bern wie die Deutsche Telekom (12,6 Mio. Euro) oder die französische Wanadoo (10,35 Mio. Euro) waren zuvor für ähnliche Verstöße vergleichsweise milde bestraft worden. Telefónica hat eine Einspruchsklage gegen die Entscheidung angekündigt.
Es handelt sich um die höchste Strafe, die die Komission je gegen ein Telekomunternehmen verhängt hat und die zweithöchste jeher wegen des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung. Eine höhere Strafe wurde bisher nur gegen US-Softwarekonzern Microsoft verhängt, der 2004 zu einer Buße von 497 Mio. Euro verurteilt wurde.
Durch die Behinderung des Wettbewerbs zahlen spanische Internetnutzer nach Angaben der Kommission rund 20 Prozent mehr für Breitbandzugänge als Konsumenten in anderen EU-Staaten.