Die wichtigste Nachricht vor 30 Jahren
Die Bedenken über die Bauwut und die damit einhergehende Bodenspekulation waren in den 1990er-Jahren nicht nur bei Wissenschaftlern, Wirtschaftsexperten und natürlich bei den Naturschützern groß. Auch manchem Politiker wurde bei der Erkenntnis Angst und Bange, dass die Kanaren über Kurz oder Lang nicht mehr über Bauland verfügen würden. So ging es wohl auch dem damaligen Chef des Ressorts Territorialpolitik, der sich mit einer entsprechenden Warnung an die Öffentlichkeit wandte. „Fehler bei der Freigabe von Bauland sind in einer Inselregion nicht wiedergutzumachen, das geht so weit, dass wir in 25 Jahren kein bebaubares Land mehr haben, wenn nicht umgehend einschneidende Maßnahmen ergriffen werden“, hatte er den Regierenden ins Gewissen geredet. Ganz so weit ist es, wie man heute sieht, glücklicherweise nicht gekommen, weil einige Baustopps und ein mehr-jähriges Moratorium für Hotelneubauten verhängt wurde, das leider viel zu viele Löcher hatte, wie man noch heute erkennen kann.
In unserer Ausgabe vom 22. November berichteten wir darüber, dass die Regionalregierung auch ein neues Gesetz für den Schutz von Flora und Fauna plant.
Die Nachricht:
Der Minister für Territorialpolitik warnt: In 25 Jahren kann der Archipiel ohne Bauland sein
Der Ressortleiter für Bodenpolitik bei der kanarischen Regierung, José Francisco Henríquez, warnte kürzlich davor, die derzeitige Bodenpolitik in der Region fortzusetzen. Henríquez, der auf eigenen Wunsch vor dem Parlament einen Rechenschaftsbericht ablegte, forderte von den zuständigen Stellen eine „positive“ Einstellung zum landwirtschaftlichen Gelände mit noch strengeren Auflagen für die Bebauung und viel Disziplin bei der öffentlichen Verwaltung, damit „wir nicht eines Tages ohne Grund und Boden sind“. Als wirksame Maßnahme schlug er die Einführung einer neuen Klassifizierung vor, die den Verhältnissen auf den Inseln Rechnung trägt und eine Abkehr von den kontinentalen Doktrinen bedeutet, die der derzeitigen Gesetzgebung zugrundeliegen. Henríquez erläuterte die Politik, die er mit seinem Amt in den kommenden Jahren zu verfolgen gedenkt. Es sei sein persönliches Anliegen, einen Pakt zu erreichen, in dem alle politischen und sozialen Ströme kanalisiert werden können, denn wenn nur einer konträr läuft, kann es einen Kurzschluss im gesamten Prozess geben. Ein weiteres Anliegen ist die Neuordnung der Bestimmungen über die Verwaltung und Nutzung der Naturzonen. Ein Projekt , das die Unterstützung sämtlicher politischen Gruppen hat.